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Der Deutsche Bundestag steht hinter dem Amateurfunkdienst - Deutschland-Rundspruch 2/2015, 3. KW

23. Januar 2015; DARC - bearbeitet von Ernst, OE3EJB

Deutschland-Rundspruch 2/2015, 3. KW (Teilweise Wiedergabe)

 DARC e.V., Lindenallee 4, 34225 Baunatal, Telefon 0561 949880
 Deutschland-Rundspruch 2/2015, 3. KW
 (Redaktionsschluss: Mittwoch 10 Uhr, freigegeben für  Rundspruchsendungen ab Donnerstag, den 15. Januar 2015, 17:30 UTC.
 Aktuelle Audiofassung unter   http://www.ostseerundspruch.de/category/deutschland-rundspruch/ auch  als RSS-Feed und http://www.darc.de/uploads/media/dlrs.mp3 )

Großbritannien: Ofcom darf Breitband-Geräte abschalten

„Sie können strafrechtlich verfolgt werden, wenn ihr Breitbandgerät Funksignale stört“, so titelt die britische Zeitung „The Telegraph” in einem Beitrag auf ihrer Webseite [1].
Grundlage dafür sind neue Gesetze der britischen Telekommunikationsbehörde Ofcom, fürdie sich der britische Geheimdienst GCHQ zuvor stark gemacht hatte. Beim GCHQ
beobachtete man die wachsende Zahl von PLC-Equipment mit großer Sorge. Deren empfindliche Geräte seien laut dem Zeitungsbericht beim Monitoring von schwachen
internationalen militärischen Aussendungen betroffen. Die Ofcom ist nun rechtlich in der Lage, PLC-Breitbandgeräte abzuschalten. Wer sich in England und Wales über die
Außerbetriebnahme seiner PLC-Hardware hinwegsetzt, muss mit einer Strafe von 5000 Pfund – umgerechnet etwa 6400 € – rechnen, besonders wenn Leib und Leben betroffen
seien. „Kommunikationsnetzwerke sind ein wichtiger Teil der nationalen Infrastruktur“, zitiert der Telegraph einen Ofcom-Sprecher. „Der Gesetzesvorschlag ist ausgelegt, um die
bestehenden Gesetze zu aktualisieren, da sich die Technik stetig weiterentwickelt. Sie stehen nicht in Kontakt irgendwelcher Anforderungen seitens der Industrie“, so der
Sprecher weiter.

Der Deutsche Bundestag steht hinter dem Amateurfunkdienst

Die vorherige Nachricht aus Großbritannien lässt einen Blick auf entsprechende Verordnungen oder Empfehlungen werfen, nach denen die Bundesnetzagentur befugt ist,
tätig zu werden.

Erstens: In der Bundesrepublik Deutschland hat die BNetzA die Verordnung zum Schutz von öffentlichen Telekommunikationsnetzen sowie Sende- und Empfangsfunkanlagen, die
in definierten Frequenzbereichen zu Sicherheitszwecken betrieben werden (Sicherheitsfunk-Schutzverordnung – SchuTSEV) anzuwenden: „Störaussendungen aus
leitergebundenen Telekommunikationsanlagen und -netzen dürfen in den zu schützenden Frequenzbereichen nach Anlage 1 die Grenzwerte der Störfeldstärke nach Anlage 2 nicht
überschreiten. Die Störfeldstärken werden nach der Messvorschrift nach Anlage 3 ermittelt.“

Zweitens: Für den Fall, dass elektromagnetische Unverträglichkeiten bei Nutzungen der Frequenzbereiche des Amateurfunkdienstes auftreten, richtet sich die Beschlussempfehlung des Deutschen Bundestages, mit Drucksache 16/7157 vom 14. November 2007 an die Bundesnetzagentur: „Der Ausschuss für Wirtschaft und Technologie hat den Gesetzentwurf auf Drucksache 16/3658 mehrfach, zuletzt in seiner 51. Sitzung am 14. November 2007 abschließend beraten. Die Fraktionen der CDU/CSU und SPD brachten zur Schlussberatung einen Änderungsantrag auf Ausschussdrucksachen 16(9)832 (neu) ein. Die Fraktionen der CDU/CSU und SPD betonten, dass es im Gesetzgebungsverfahren gelungen sei, die Rechtsstellung der Funkamateure zu sichern. Die Bundesnetzagentur habe auch weiterhin die Möglichkeit, Problemfälle durch sachgerechte Anordnungen zu lösen. Durch international bindende Abkommen sei Deutschland verpflichtet, das Wirken der Funkamateure zu unterstützen. Daher dürfe es nicht zu einer Verdrängung durch kommerzielle Nutzung kommen. Der Amateurfunk leiste eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Junge Menschen würden zur Technik gebracht und lernten mit Medien verantwortungsvoll umzugehen. Der Amateurfunk sei daher geeignet, der allgemeinen Technikfeindlichkeit entgegenzutreten. Elektromagnetische Unverträglichkeiten seien zumeist mit geringem technischen Aufwand zu beheben. Eine insbesondere gerichtliche Auseinandersetzung widerspreche daher einfachen Effizienzüberlegungen.“

Abschließend sei auf die Erläuterungen der Bundesnetzagentur zu Funkstörungen hingewiesen, die man auf der Webseite der Behörde findet [2]. Störungsmeldungen nimmt
die Behörde unter einer eigenen E-Mail-Adresse entgegen [3].

Neuer Strecken-Weltrekord auf 10 GHz

Zwei australische Funkamateure haben einen neuen Strecken-Weltrekord auf 10 GHz aufgestellt. Während einer Tropo-Öffnung am 5. Januar tauschten VK6DZ und VK7MO
über 2732 km in den Modes JT4f und auch SSB Rapporte aus. Damit haben sie den Rekord um 36 km gesteigert, der zuvor zwischen Südportugal und den Kapverden
aufgestellt wurde. VK6DZ arbeitete portabel mit 10 W und einem 60-cm-Spiegel auf dem Torbay Hill, welches 24 km westlich von Albany in Bundesstaat Westaustralien liegt. Sein
Gesprächspartner VK7MO arbeitete ebenfalls portabel, jedoch mit 50 W an einem 77-cmSpiegel.

Er befand sich in Cape Portland, im nordöstlichen Teil Tasmaniens. Darüber berichtet der amerikanische Amateurfunkverband ARRL.
 

Dateien: dlrs20152.mp36.1 M

dlrs201502.pdf114 K

 
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